| Nachdem Andrew im vergangenen Monat immer weniger gefressen und dafür umso mehr geschlafen hatte, führte wir einen Gesundheitscheck inklusive Ultraschall durch. Dabei erhielten wir einen schrecklichen Befund. Unsere Tierärzte Kati und Phil begannen mit der Bauchoperation und fand den aggressivsten und hässlichsten Krebs, den ich in meinem ganzen bisherigen Leben gesehen habe.
Der entfernte Tumor wog 7,3 kg und übertraf alles bisher Vergleichbare. Da die Leber so sehr geschädigt war - lediglich 5 Prozent der normalen Funktion waren noch vorhanden - konnte Andrews Blut nicht mehr gerinnen und so verblutete er langsam.
Noch am Mittwoch aß er mehr als die ganze Woche davor; sanft spitze er seine Lippen nach noch einem Stückchen Tomate, einem zweiten Becher Joghurt und einem Heidelbeermuffin. Für einen Moment waren wir so erstaunt darüber, dass wir uns fragten, ob die Operation wohl wirklich notwendig wäre. Es gibt so viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind - in der Vergangenheit waren wir bei manchen Bären von der Dringlichkeit der Operation überzeugt und fanden dann doch keinen medizinischen Anhaltspunkt dafür, dass etwas nicht in Ordnung war - in diesem Fall befanden sich die Bären in einem „normalen" Zustand der Lethargie und hatten eine Appetitlosigkeit, die in Zusammenhang gesetzt werden konnte mit dem Winterschlaf, den die in Freiheit lebenden Bären halten.
Doch dieses Mal war es der Killer, den wir schon so gut kennen... Leberkrebs; wahrscheinlich verursacht von einem Tumor begünstigenden Zellfaktor in Verbindung mit den massiven Entzündungen, die durch die auf den Farmen verursachten Schäden entstanden; leise hat dieser Dämon in Andrews Körper gelauert und auf eine günstige Gelegenheit gewartet, um zuzuschlagen.
Worte können niemals den Schmerz ausdrücken, den wir alle hier empfinden - Freitagabend, gegen 18.00 Uhr, haben wir unseren mächtigen Andrew verbrannt und begraben. Die lokale Presse war anwesend und auch der San Francisco Chronicle berichtete über ein weiteres Kapitel der Geschichte der Bärenfarmen. Über uns lag ein Übermaß an Ärger und Traurigkeit, das selbst jetzt noch schwer zu beschreiben ist, das aber alle Anwesenden mit Entschlossenheit in der Überzeugung vereinte, dass Andrew Tod niemals vergeblich sein wird.
Ich weiß, dass diese Nachricht auch für Sie schrecklich traurig sein wird, für alle, die Andrew während der vergangenen fünf Jahre und sechs Monate liebten und sich auf die Neuigkeiten aus seinem Leben freuten. Andrew war so viel mehr als unser Botschafter, unser Freund... Er war der Bär, mit dem alles begann; unser nobler, vergebender, freundlicher Riese, der für immer in unseren Herzen weiterleben wird.
Jemand schrieb mir: „Ihr seid nicht schwächer ohne Andrew, sondern stärker durch ihn."
Und das sind wir.
Ruhe in Frieden, Anderloo, wir lieben Dich.
Jill
Jill Robinson MBE
Gründerin & Vorstand
Animals Asia Foundation
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